GRABEN VERBOTEN SONDELN Erlaubt!!Grabgenehmigung beantragen

Hier kann man das schreiben was in kein anderes Forum passt aber andere Benutzer interessieren könnte.

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Achtung Denkmalbehoerde kontaktieren

Beitragvon Mini am So Jun 03, 2007 5:35 am

Anfänger, Neulinge und Einsteiger erhalten, wenn sie aufmerksam die Board-Seiten durchstöbern und über folgende Info-Seite stolpern, bereits einen kleinen Einblick über die Rechtslage:
. Was sagt das Gesetz ?
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Im hiesigen Denkmalschutzgesetz heißt es im § 13 - Ausgrabungen:

(1) Wer nach Bodendenkmälern graben oder Bodendenkmäler aus einem Gewässer bergen will, bedarf hierzu der Erlaubnis der Oberen Denkmalbehörde. Ausgenommen sind Nachforschungen, die unter der Verantwortung des Landes, des Landschaftsverbandes oder der Stadt Köln stattfinden.

(2) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Grabung oder Bergung Bodendenkmäler oder die Erhaltung von Quellen für die Forschung nicht gefährdet.

(3) Die Erlaubnis kann mit Auflagen und unter Bedingungen erteilt werden usw.



2. Ich suche nicht nach Bodendenkmäler also brauche ich keine ?
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Irrtum , es steht unter

§ 2 - Begriffsbestimmungen, Absatz 5:

"Bodendenkmäler sind bewegliche oder unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden. Als Bodendenkmäler gelten auch Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit, ferner Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit, die durch nicht mehr selbständig erkennbare Bodendenkmäler hervorgerufen worden sind, sofern sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen".

Und dann - wegen der Definition von Denkmälern und wegen der angekündigten Voraussetzungen - Absatz 1:

"Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.


Auch Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg sind Geschichtsquellen. Aus ihnen können Verhältnisse und Geschehnisse abgelesen und rekonstruiert werden, die in der schriftlichen Überlieferung nicht vorkommen. Es handelt sich also nach § 2 DSchG um Bodendenkmäler, weil sie für die Geschichte des Menschen bedeutend sind und weil für ihre Erhaltung wissenschaftliche Gründe vorliegen. Wenn man danach sucht, braucht man nach § 13 DSchG eine Grabungserlaubnis. Denn in diesen Gesetzesauszügen stehen keine zeitlichen Einschränkungen, im ganzen Gesetz nicht(insgesamt 43 Paragraphen, die aber hier sonst nicht weiter interessieren). Die einzigen relevanten Merkmale sind die Voraussetzungen aus § 2 Absatz 1.


Ergo, sobald jemand seinen Spaten in den Boden sticht und anfängt zu graben, kann er schon gegen geltendes Recht verstoßen.
Es gibt genügend unbewegliche Bodendenkmäler, die nicht in TOPO Karten ausgewiesen sind und woher soll man wissen, dass man auf einem Bodendenkmal sucht, wenn keine Erkundigungen bei den Denkmalbehörden eingeholt werden ? Auch weiß nicht immer der Eigentümer des Ackers, dass dort ein Bodendenkmal liegt! Es gibt 2 schöne Beispiele hier im Forum, wo man beinahe unwissentlich auf einem Bodendenkmal gesucht hätte.



3. Woher bekomme ich eine Grabungsgenehmigung nach §13 Denkmalschutzgesetz ?
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Der normale Weg ist über die obere Denkmalbehörde Deines Kreises, betreut wirst Du später von dem Amt für Bodendenkmalpflege, hier sitzt auch zukünftig Deine Kontaktperson und die Funde werden dort eingereicht. Dieses Amt ist, wie der Name schon sagt, zuständig für Pflege und Betreuung von Bodendenkmäler. Es ist somit höflicher, zuerst Kontakt mit dem Amt für Bodendenkmalpflege aufzunehmen, als sofort ein Antrag an die obere Denkmalbehörde zu stellen. Einige begrüßen es sogar, wenn man sich einen Termin geben läßt und sich einmal persönlich vorstellt. Denn im Prinzip hat man ja die Gleichen Ziele und auch zukünftig Kontakt zueinander.



4. Wie sieht ein Antrag aus ?
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Name
Anschrift
Telefonnummer für Rückfragen


Anschrift Obere Denkmalbehörde ( siehe Adressenliste )
Name des Ansprechpartners


Antrag auf Grabungsgenehmigung nach §13 Denkmalschutzgesetz


Sehr geehrte Damen und Herren, ( oder direkt den Namen der Person wenn vorhanden - ist höflicher )


hiermit beantrage ich für den Einsatz meiner Metallsonde
eine Grabungsgenehmigung nach §13 Denkmalschutzgesetz für den Kreis XXXX


Mit freundlichen Grüßen
Name , Unterschrift


Wenn zuvor ein Gespräch mit dem Amt für Bodendenkmalpflege stattgefunden hat, dann noch diesen Satz :

Ich hatte am xx.xx.200x bereits ein persönliches Gespräch mit Herrn XX vom Amt für Bodendenkmalpflege ORT,
der mich ausführlich über die Grabungsgenehmigung informierte.



5. Was passiert nach dem Antrag ?
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Die obere Denkmalbehörde prüft nun ob etwas gegen Dich vorliegt, keine Angst kein polizeiliches Führungszeugnisses oder Sowas, sondern ob Du schon als "Raubgräber" oder so aufgetreten bist. Nun schreibt diese OBERE Denkmalbehörde alle unteren Denkmalbehörden der Städte und Gemeinden an und informiert sie über Dich. Das ganze dauert ca. 3-6 Wochen. Danach bekommst Du die Genehmigung und einen Gebührenbescheid, der je nach Kreis variiert. Die Grundgebühr kann zum Beispiel 30 EUR und dann pro Gemeinde/Stadt 5 EUR betragen.


6. Wie lange und für was ist die Genehmigung gültig ?
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Die Genehmigung ist befristet auf 2 Jahre und kann dann durch einen Verlängerungsantrag um weitere 2 Jahre verlängert werden. Diesmal ist die Genehmigung nicht ganz so teuer. Die Genehmigung beschränkt sich nur auf den beantragten Kreis. Will man in mehreren Kreisen suchen, so ist für jeden Kreis seperat eine Genehmigung zu beantragen.



7. Wo darf ich mit der Genehmigung überall suchen ?
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Die Suche ist nur für das Ackerland sowie für Bodenaushub aus Baustellen erlaubt. In Wald- und Wiesengelände gilt die Erlaubnis nicht. Die Erlaubnis betrifft allein die Arbeit mit der Metallsonde und keine anderen Ausgrabungen. Die durch die Sonde entdeckten Funde dürfen allein der Humusschicht und nicht dem darunter liegenden anstehenden Boden entnommen werden, d.h. Schürfungen dürfen im Ackerland nur bis zur Pflugsohle gehen.

Unter Wiesen fallen nur ursprüngliche Wiesen - also ungestörte Flächen. Sollte eine Wiese einmal Ackerland gewesen sein und angebaut, dann kann man auch dort suchen. Viele Landwirte lassen Flächen brach liegen oder lassen diese Flächen durch Wiesen sich erholen, daher ist nicht immer Wiese gleich Wiese. Der Eigentümer kann darüber am Besten Auskunft geben.

Wald und Wiesen sind also tabu. Das hört sich jetzt sehr eingeschränkt an, aber der Acker ist halt der fundreichste Platz, weil durch das Pflügen die Funde zu Tage gebracht werden. Münzen werden eh von einem Detektor nur maximal bis 30cm erkannt. Der Grund warum Wald und Wiesen tabu sind, ist einfach zu erklären. Diese Flächen sind ungestört und somit befinden sich die Sachen genau an der Stelle noch heute, wo sie verloren wurden. Sollte im Umfeld etwas gewesen sein, also eine Wüstung oder ähnliches, dann hat man einen guten Fundzusammenhang und kann ganz anders diese Wüstung beurteilen, weil man dann aktuell die Funde zuordnen kann in Bezug auf Lage und Tiefe des Objektes. Das ist unter anderem ein Punkt, welchen die Archäologen bemängeln. Wir gehen einfach über Flächen drüber und sagen was dort rauskommt, aber keiner notiert sich die Tiefe und und und.... macht ja auch zuviel Arbeit, da man im Vorfeld manchmal nicht weiß, was man überhaupt gefunden hat. Und jeden Fund nach Bergung beschriften, dann käme man nicht mehr zum suchen. Bei Ackerflächen ist es halt was anderes, da der Boden bewegt wird, ist die Ursprungsstelle eh nicht mehr genau auszumachen. Trotzdem sollte man bei außergewöhnlichen Funden ruhig die Stelle auf der Karte notieren, wenn möglich auch mit GPS einmessen. Stößt Du auf Veränderungen im Boden, wie Mauerreste usw.. die auf etwas hindeuten was noch nicht bekannt ist, solltest Du umgehend Deinen Archäologen informieren. Das steht aber auch in der Genehmigung so drin.



8. Was habe ich zu beachten ?
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Eine Genehmigung ist kein Freischein für eine Suche, daher man muß die Erlaubniss vom Eigentümer haben. Es ist nicht immer ganz einfach diesen ausfindig zu machen, besonders wenn die Ackerfläche sehr weit draußen liegt. Aber hier hat die Genehmigung schon einen kleinen positiven Effekt. Wenn der Eigentümer einen antrifft, dann sind die Argumente natürlich besser mit einer Genehmigung als ohne

Die Funde sind spätestens halbjährlich mit einer Kartierung ihrer Fundstellen dem Amt für Bodendenkmalpflege zu melden. Sollte man jedoch außergewöhnliche Funde haben, dann natürlich den Griff zum Telefonhörer oder eine E-Mail schicken.

In der Genehmigung steht, dass man ZUVOR die zu begehenden Flächen einreichen muß. Dies geschieht entweder in Form einer E-Mail, Fax oder einen Brief. Hierzu nimmt man sich eine Top50 Karte und markiert die Flächen, die man begehen möchte. Dies geschieht mindestens eine Woche im Voraus, damit das Vorhandensein von Bodendenkmälern oder von denkmalpflegerischen Planungen geprüft und dahingehend relevante Flächen von der Erlaubnis ausgenommen werden. Hört man dann nichts weiteres, kann man beruhigt die Flächen sondieren.
11. Was bringt mir eine Genehmigung ?
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Als erstes würde ich darauf antworten, ich kann mit ruhigem Gewissen am Tage, sogar an verkehrsreichen Straßen suchen, ohne das ich mich ständig umschauen muß ob mich jemand sieht oder sogar beobachtet. Desweiteren bekomme ich nach einer gewissen Zeit, wenn sich ein Vertrauen aufgebaut hat, gezielte Hinweise und Tips, wo sich eine Suche lohnen würde. Ich bekomme z.B. Kartenmaterial oder sogar Suchaufträge um Flächen zu prospektieren. Für Westfalen Lippe erscheint zum Beispiel jährlich ein sogenannter Neujahrsgruß, in dem besondere Funde der einzelnen Finder erwähnt werden. Interessant sind auch die einzelnenen Geschichten die sich aus den Funden ergeben. So erfährt man ob ein ähnliches oder gleiches Stück von jemand anderem gefunden wurde und ob eventuell parallelen zu den Fundstellen oder Funden bestehen. Es ergeben sich dann wirklich spannende Momente und man freut sich tierisch darüber, das man etwas Licht in unsere Vergangenheit bringen konnte.

Ich betreibe dieses als Hobby und habe Interesse an der geschichtlichen Vergangenheit und ich suche nicht für mich aus Egoismus, daher alle Funde nur für meine Augen, sondern für die Gemeinschaft - Beitrag zur Geschichte und zwar ganz offiziell am Tage und brauche nicht zu rennen, wenn mich die Polizei kontrolliert und das tut sie in der Vergangenheit häufiger in meinem Kreis. Es mag zwar erstmal nur eine Ordnungswidrigkeit sein, doch sollte man jemanden auf einem Bodendenkmal antreffen, dann kann es teuer werden. Und man steht schneller auf einem Bodendenkmal als man denkt, gelle wolfgang ?
In den anderen Bundesländern gelten andere Gesetze und andere Zuständigkeitsregelungen. Das Beste ist beim jeweiligen Landesarchäologen zu fragen. Die Adressen und Namen der Landesarchäologen findest Du unter http://www.landesarchaeologen.de
(4) Ordnungswidrigkeiten können mit Geldbuße bis zu 500 000 Euro geahndet werden.
Eine Grabgenemigung braucht man im jedem Bundesland in Deutschland.
Fragt lieber bei Eurer Denkmalbehoerde nach ,sie wird Euch gerne richtig beraten.
Zuletzt geändert von Mini am Fr Jun 08, 2007 3:44 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Mini
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Beitragvon Minelablord am So Jun 03, 2007 7:50 am

Danke Herr Lehrer
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Beitragvon Egon am So Jun 03, 2007 9:45 am

MEGAGEIL.....das habe ich gesucht :wink: - und nun verschwinde hier ! :twisted:
Egon
 

Beitragvon Erdenkoenig am So Jun 03, 2007 10:12 am

@mini ... Danke das Du mich in deiner Liste aufführst... schade das Du nicht lesen kannst! Ich habe nicht den Inhalt kritisiert, sondern dein Auftreten! ...
In meinem Bundesland darf ich sehr wohl sondeln und graben .... solange es sich nicht um ein BDM handelt bzw. kein Verdacht vorliegt! ... Die Zustimmtung des Eigentümers vorausgesetzt. Was z.B. bei deinem Kommentar bzgl. Stränden bei einem Baggersee definitiv nicht der Fall ist.

Und wenn Du schon länger hier im Forum wärest, würdest du wissen, daß jedem Anfänger hier nahe gelegt wird, sich erstmal mit den Gesetzen zu beschäftigen.

Übrigens wäre ich sehr glücklich mit Archäologen zusammen zu arbeiten und diese zu unterstützen. Leider herrscht oft eine EInstellung vor, die Du auch zu teilen scheinst! ... Was ich sehr schade finde.Weil nur dann würde das negative Image des Hobbys beseitigt werden und man könnte wieder richtig Spaß daran haben, ohne gleich als "Verbrecher" abgestempelt zu werden.

Klar gibt es schwarze Schafe ... genau wie Du wahrscheinlich nicht immer Dich an Verkehrsgeschindigkeitsbegrenzungen halten wirst, oder? ... Aber deshalb bezichtige ich Dich nicht ein potentieller Mörder zu sein, oder wie kommen die meisten Verkehrstoten zu stande??

Also mäßige Dich ein wenig, erläutere uns doch mal ein wneig was zu deinem Hintergrund und dann freue ich mich über eine feine, niveauvolle und gepfleget Diskussion! ...
Gruß aus Augsburg

Stefan

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Beitragvon Erdenkoenig am So Jun 03, 2007 10:17 am

@mini: Übrigens hast du die Zusammenfassung sehr gut gemacht!!! Sollte so in die FAQ übernommen werden!
Gruß aus Augsburg

Stefan

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Beitragvon orio am So Jun 03, 2007 11:29 am

@ Erdenkoenig und I. Jones

Wie kommt ihr darauf das er aus Österreich kommt?
Sollte dies der Fall sein, müsste er wissen das es in Österreich keine Genehmigungen für Sondler gibt.
grüße & grüne funde
orio
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Ich suche nicht nach Bodendenkmäler also brauche ich keine G

Beitragvon Mini am So Jun 03, 2007 12:50 pm

Habe den Text minimiert sodas man nicht soviel lesen muss.
Koennte die gesetzeslage bei bedarf ,gerne auch auf Polnisch einstellen.

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. Was sagt das Gesetz ?
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Im hiesigen Denkmalschutzgesetz heißt es im § 13 - Ausgrabungen:

(1) Wer nach Bodendenkmälern graben oder Bodendenkmäler aus einem Gewässer bergen will, bedarf hierzu der Erlaubnis der Oberen Denkmalbehörde. Ausgenommen sind Nachforschungen, die unter der Verantwortung des Landes, des Landschaftsverbandes oder der Stadt Köln stattfinden.

(2) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die beabsichtigte Grabung oder Bergung Bodendenkmäler oder die Erhaltung von Quellen für die Forschung nicht gefährdet.

(3) Die Erlaubnis kann mit Auflagen und unter Bedingungen erteilt werden usw.



2. Ich suche nicht nach Bodendenkmäler also brauche ich keine ?
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Irrtum , es steht unter

§ 2 - Begriffsbestimmungen, Absatz 5:

"Bodendenkmäler sind bewegliche oder unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden. Als Bodendenkmäler gelten auch Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit, ferner Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit, die durch nicht mehr selbständig erkennbare Bodendenkmäler hervorgerufen worden sind, sofern sie die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen".

Und dann - wegen der Definition von Denkmälern und wegen der angekündigten Voraussetzungen - Absatz 1:

"Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.


Auch Spuren aus dem Zweiten Weltkrieg sind Geschichtsquellen. Aus ihnen können Verhältnisse und Geschehnisse abgelesen und rekonstruiert werden, die in der schriftlichen Überlieferung nicht vorkommen. Es handelt sich also nach § 2 DSchG um Bodendenkmäler, weil sie für die Geschichte des Menschen bedeutend sind und weil für ihre Erhaltung wissenschaftliche Gründe vorliegen. Wenn man danach sucht, braucht man nach § 13 DSchG eine Grabungserlaubnis. Denn in diesen Gesetzesauszügen stehen keine zeitlichen Einschränkungen, im ganzen Gesetz nicht(insgesamt 43 Paragraphen, die aber hier sonst nicht weiter interessieren). Die einzigen relevanten Merkmale sind die Voraussetzungen aus § 2 Absatz 1.


Ergo, sobald jemand seinen Spaten in den Boden sticht und anfängt zu graben, kann er schon gegen geltendes Recht verstoßen.
Es gibt genügend unbewegliche Bodendenkmäler, die nicht in TOPO Karten ausgewiesen sind und woher soll man wissen, dass man auf einem Bodendenkmal sucht, wenn keine Erkundigungen bei den Denkmalbehörden eingeholt werden ? Auch weiß nicht immer der Eigentümer des Ackers, dass dort ein Bodendenkmal liegt! Es gibt 2 schöne Beispiele hier im Forum, wo man beinahe unwissentlich auf einem Bodendenkmal gesucht hätte.
Bei antworten bitte beim Thema bleiben.

Forenübersicht » Aktivsucher-Recht & Gesetzeforum » Genehmigung in Bayern, LK Kehlheim


desert-eagle
Genehmigung in Bayern, LK Kehlheim

18 Beiträge - Grünschnabel

Hi ihr alle, hier eine mail die ich heute vom Landratsamt Kehlheim in Bayern bekommen habe...

Sehr geehrter Herr Scherbauer,
zu Ihrem Schreiben vom 22.12.2006 teilen wir Ihnen nachrichtlich folgendes mit:
die Suche nach irgendwelchen Gegenständen im Boden ist grundsätzlich nicht erlaubnispflichtig. Jedoch bedarf jede Grabung (gleich welcher Tiefe) einer Erlaubnis. Die Grabungserlaubnis für ein bestimmtes Grundstück oder Bodendenkmal muss für den Einzelfall beantragt werden. Eine pauschale Grabungserlaubnis für einen vorab umrissenen Bereich (z.B. Gemeindebereich) ist nach geltender Rechtslage nicht möglich.
Im Falle eines von Ihnen eingereichten Antrags auf Grabungserlaubnis, muss die jeweilige Flur- Nummer und das Einverständnis des Eigentümers vorliegen. Ein in die Denkmalliste eingetragenes Bodendenkmal darf nicht vorhanden sein. Das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege wird zu der beantragten Grabung gehört bzw. zur Stellungnahme aufgefordert.
In Ihrem Schreiben geben Sie zu erkennen, dass Sie geortete Gegenstände auch ausgraben wollen. Durch ungenehmigte und unsachgemäße Grabungen würden bislang unbekannte Bodendenkmäler gefährdet, weil diese dadurch ganz oder teilweise beschädigt oder zerstört werden.
Ein überwiegendes privates Interesse an einer Grabung könnte, von anderen Voraussetzungen abgesehen, nur dann bestehen bzw. zugestanden werden, wenn sichergestellt wäre, dass die Grabungen in wissenschaftlich einwandfreier Weise durchgeführt werden würden. Wegen des besonders gewichtigen Erhaltungsinteresses ist bei der Beurteilung der Art der Grabung, der Erfassung und der Erhaltung möglicher Funde sowie deren Dokumentation und Publikation ein Standard anzusetzen, wie er auch bei staatlichen Grabungen erfüllt wird. Dies ist bei Grabungen nach dem Einsatz eines Metallsuchgerätes nicht anzunehmen.
Die durch den Einsatz eines Metallsuchgerätes bedingte einseitige, materialspezifische Nachforschung ist nicht geeignet, sicherzustellen, dass der mögliche Zusammenhang des aufgefundenen Metallgegenstandes mit weiteren, aus anderen Materialien bestehenden Bestandteilen eines zusammenhängenden Bodendenkmals erhalten bleibt.
Mit einer Erteilung einer Grabungsgenehmigung können Sie daher nicht rechnen.




Mit freundlichen Grüßen
Niedermeier
Mini
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So habe ich meine Genehmigung erhalten.

Beitragvon Mini am So Jun 03, 2007 1:53 pm

Hier eine Diskusion von einem Sondler der eine Genemigung beantragt hat. Ich kann es leider nicht verstehen warum Ihr das nicht macht.

http://www.schatzsucher.de/Foren/archiv ... -4425.html
Zum Thema Hufnaegel - Hufeisensuche. Erlaubt??
http://www.dbovg.niedersachsen.de/Entsc ... 045491%20L
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Beitragvon Erdenkoenig am So Jun 03, 2007 2:02 pm

Woher weißt Du, wer hier eine Genehmigung hat und wer nicht ??? ...f ... Übersetzte den Text bitte ins polnische, dann hast Du was zu tun! ... Oder noch besser : Bitte deinen Text auch für alle anderen Bundesländer aufbereiten! Danke schön.
Oder tue was anderes sinnvolles und trage mal alle Gesetzte von Europa zusammen, das würde nämlich mich interessieren ... ;-) ...

Und sag bitte Bescheid, wenn Du aufhörst einfach alle blind zu diffamieren und wenn Du Dich mit deinem Beitrag mal aus NRW rausbewegst ... da wohnen nicht alle!

Ach ja ... von mir aus auch gerne zusätzlich in Polnisch ... kann ich nicht, aber vielleicht liest es ja mal jemand!

So mein letzter Beitrag zu dieser Diskussion!
Gruß aus Augsburg

Stefan

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Beitragvon macnack am So Jun 03, 2007 2:47 pm

Hallo Mini

in Deinem zweiten Link habe ich einen interessanten Abschnitt gelesen.
Der Ausgrabungstatbestand dieser Bestimmung verlangt auf der subjektiven Seite, daß jemand nach Kulturdenkmalen graben "will". Diese Voraussetzung ist entgegen der Auffassung des Klägers hier erfüllt. Das gilt auch dann, wenn man eine derartige Suche nach Bodendenkmalen nur bejaht, wenn der Kläger die "Absicht" hat, Bodendenkmale zu finden, d.h., wenn es dem Kläger auf diesen Erfolg ankommt (vgl. hierzu Dreher/Tröndle, StGB, 46. Aufl. 1993, § 15 Rdnr. 6 m.w.N.).

Würde doch im Umkehrschluß folgendes bedeuten:
Wer nicht die Absicht hat nach Bodendenkmalen zu suchen
und sich nicht auf einem eingetragenen Bodendenkmal bewegt,
erfüllt diesen Ausgrabungstatbestand nicht?

Beispiel Strandsuche
Gruss macnack webmaster@detektoreninfo.de ------------------Detektoren aktuell: Teknetics T2, Troy Shadow X5, C-Scope CS5MX, Atlantis 3001, Fisher 1236X2 vorher: Whites 3900, Tesoro Lobo, Atlantis 2001
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Beitragvon Minelablord am So Jun 03, 2007 4:12 pm

Hallo Mini
Ich würde Dich wie auch Erdenkönig schon erwähnt hat bitten den Text auch auf Polnisch und allen anderen gängigen Sprachen hier einzustellen.
Vielleicht verirrt sich ja auch mal ein Pole auf unsere Seite und weiss dadurch genau Bescheid.
Dank Deiner grossartigen Mühen werden wir es schaffen Deutschland zu einem zumindestens in Richtung Sondeln gesetzestreuem Land zu machen.
Vielen Dank für Deine Mühen,Du bist eine wirkliche geistige und moralische Bereicherung für unser Metalldetektorenboard.
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Beitragvon Harigast am So Jun 03, 2007 4:45 pm

Daß viele Neulinge sehr blauäugig an die Sache rangehen, ist schon richtig. Eine umfassende Information im Vorfeld ist auf jedenfall zwingend erforderlich. Allerdings macht hier, wie überall sonst auch, der Ton die Musik. Eine pauschale Kriminalisierung aller "Sondengänger" ist sicher nicht angebracht.
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Beitragvon Rockskar am So Jun 03, 2007 6:34 pm

Stimmt, er kann nicht wissen, wer alles eine Genehmigung hat, bzw. wer alles eine braucht, da ja von BL zu BL verschieden. Und wieso bringt er so eine Diskussion nicht lieber ins fundforum, würd irgendwie besser hinpassen.
Ausserdem ist die Floskel, "Verkaufe Gerät aus Zeitaufgabe" fast schon standard. Nieman will zugeben, dass er mit dem Gerät nicht zurfrieden ist ;)

Grüße
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Grabgenemigung ,Nachforschungsgenehmigung

Beitragvon Mini am So Jun 03, 2007 6:34 pm

Eine pauschale Kriminalisierung aller Boardteilnemer stand nie zur debatte.
Zur depatte stand .
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Nachforschungsgenemigung
Langsam kommt mir vor das gar keiner hier eine Genehmigung siehe oben besitzt.
Wer ist den von Euch im besitz von einer .
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macnack
Bin gespannt wie viele sich auf diese frage melden und mit JA oder NEIN antworten.
P.S Die polnische uebersetzung waere fuer Boardteilnehmer Egon gewesen .

http://www.tesoroclubnord.de/gesetze.php
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Beitragvon Rockskar am So Jun 03, 2007 7:41 pm

Mich kannst du auch gerne mit JA dazunehmen, könnte man durch meine Signatur aber auch vllt. vermuten. Ich darf auch nur auf bewegten Böden suchen d.h. Acker! Wald ist streng verboten.

Grüße
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